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Deutscher Pflegetag 2019 Aktiv ins Geschehen eingreifen

„Gepflegt in die Zukunft – JETZT!“ lautete das Motto des 6. Deutschen Pflegetags, der vom 14. bis zum 16. März 2019 in der STATION Berlin stattfand. Das Großevent gehört mittlerweile zu den wichtigsten Kongressen in der Diskussion um pflegerelevante Entwicklungen. Gekommen sind dafür u.a. Jens Spahn, Dr. Franziska Giffey, Franz Wagner und Andreas Westerfellhaus.

Drei Tage lang trafen sich Akteure aus Pflege, Politik und Wirtschaft auf Deutschlands führendem Pflegekongress. Ein zentrales Thema auf dem Deutschen Pflegetag 2019: die Konzertierte Aktion Pflege (KAP), die gemeinsam von Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey, Bundesgesundheitsminister und Schirmherr des Deutschen Pflegetages Jens Spahn sowie Bundesarbeitsminister Hubertus Heil initiiert wurde. Was muss passieren, damit die Pflege zukunftsfähig bleibt? Was sind die nächsten Schritte und welche konkreten Forderungen und Erwartungen hat die Pflege an die Politik? Antworten auf diese Fragen wurden bei der Podiumsdiskussion von Spahn, Dr. Giffey und Staatssekretär im BMAS Björn Böhning diskutiert.

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Von Umsetzungsproblemen und dem Bedarf nach neuen Rollenverständnissen

Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerates e.V. (DPR), sagte bei der Eröffnung: „Mit der Konzertierten Aktion Pflege ist ein erster wichtiger Schritt unternommen worden. Die Diskussionen und die bereits vorliegenden Ergebnisse belegen allerdings erneut, dass wir kein Erkenntnis- sondern ein Umsetzungsproblem haben. Es fehlt derzeit aber noch eine Orientierung und Zielvorgabe für die Weiterentwicklung des Heilberufes Pflege über die nächsten Jahre hinaus. Dies wird darüber entscheiden, ob wir eine neue Zukunftsperspektive für die Pflege erzielen und damit den Beruf nachhaltig attraktiv machen werden.“
Das unterstreicht auch Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK- Bundesverbandes: „Wir brauchen ein neues Rollenverständnis zwischen den Gesundheitsprofessionen mit einer starken, gleichberechtigten Pflege. Das würde sich auch positiv auf die Qualität der Gesundheitsversorgung auswirken. Von der KAP sollte zudem ein klares Signal für die Akademisierung der Pflege ausgehen, weil auch das den Beruf attraktiver machen kann.“

Ein wertvoller Beitrag

Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) meldet sich anlässlich der Eröffnung des Deutschen Pflegetages zu Wort. „Die mehr als 437.000 Pflegekräfte in den deutschen Krankenhäusern leisten einen ungeheuer wertvollen Beitrag bei der Versorgung der Patientinnen und Patienten. Die Pflege ist das Rückgrat der Behandlung, sie verdient die volle Aufmerksamkeit in Politik und Gesellschaft", erklärt der Präsident der DKG, Dr. Gerald Gaß. „Wir bekennen uns ganz klar zur Notwendigkeit der Entlastung von Pflegekräften, auch und besonders durch die Neueinstellungen von Mitarbeitern. So haben die Kliniken in den Jahren 2014 bis 2017 15.000 Pflegekräfte zusätzlich eingestellt. Zugleich sind aber rund 15.000 Stellen unbesetzt, weil der Arbeitsmarkt diese Fachkräfte nicht hergibt", erklärt der DKG-Präsident. Außerdem fordere man, dass die Pflege von der Misstrauensbürokratie entlastet werde.

Alle Akteure sind gefordert

„Pflegende müssen aktiver in das Geschehen eingreifen – vor Ort ebenso wie in der Politik und der Selbstverwaltung. Deshalb benötigen wir in allen Bundesländern Pflegeberufekammern und eine Bundespflegekammer. Und wir benötigen mehr Mitsprache in den entscheidenden Gremien der sozialrechtlichen Selbstverwaltung, z.B. im G-BA und im Qualitätsausschuss", fordert Wagner in seiner Eröffnungsrede. Aus seiner Sicht können die Pflegeberufe unter Beachtung folgender Aspekte aus der Krise geführt werden:

  1. Die Versorgung muss sich strukturell und inhaltlich den veränderten Anforderungen anpassen.
  2. Dazu müssen Aufgabenverteilung und Rollen der Akteure neu geregelt werden.
  3. Es ist eine Investition in die Ausbildung erforderlich, wobei die hochschulische Ausbildung eine wichtige Rolle spielt.
  4. Ganz dringend müssen die Arbeitsplätze in der Pflege attraktiver werden durch mehr Personal, bessere Organisation der Arbeit, qualifizierte Führung und eine angemessene Bezahlung.
Nach Ansicht von Wagner müsse der Masterplan Pflegeberufe, der auf der KAP aufbaut, diese weiterentwickelt und damit den Anforderungen Rechnung trägt, unverzüglich in Angriff genommen werden und dann auch umgesetzt werden.

Stärkung der Zusammenarbeit der Kammern auf Bundesebene

Im Rahmen des Deutschen Pflegetages verkündeten die Vertreter der Landespflegekammern aus Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein den Fahrplan für die künftige Zusammenarbeit auf Bundesebene. Die Pflegekammerkonferenz soll ihre Arbeit bereit am 1. Juni 2019 aufnehmen.

Was in Berlin sonst noch geboten war

Über drei Veranstaltungstage bot das führende deutsche Branchentreffen in seinem Vortragsprogramm, in Podiumsdiskussionen sowie in Workshops erneut viele neue Konzepte, Ideen und Impulse, um die Pflege voranzutreiben. Digitalisierung in der Pflege, Bildung, Lehr- und Ausbildungsreformen sowie die Kommunikation zwischen Ärzten, Pflegefachpersonen und Patienten waren nur einige der vielen Themen. Mit dabei war am 15. März auch wieder der Junge Pflege Kongress mit speziellen Angeboten für Nachwuchskräfte. Mit rund 10.000 Besuchern ist der Deutsche Pflegetag die zentrale Branchenveranstaltung für die Pflege.

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Das komplette Kongressprogramm ist auf der Website des Deutschen Pflegetages einsehbar und mit einem Klick hierauf errreichbar.

Deutscher Pflegetag im Livestream

Auf YouTube hatten die Veranstalter einen Livekanal angelegt, über den die Diskussionen auf dem Deutschen Pflegetag live verfolgt werden konnten. Zum Beispiel die Kongresseröffnung und die Diskussionsrunde mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Der Livestream zum Deutschen Pflegetag ist mit einem Klick hierauf erreichbar.

Deutscher Pflegetag 2019 – Live

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