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Aktionsbündnis will Patientensicherheit weiter verstärken

Rund 17.000 Menschen pro Jahr werden in Deutschland in Krankenhäusern geschädigt – dies kommt einem Jumbo-Absturz pro Woche gleich. Darauf macht das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) anlässlich seiner Jahrestagung in Berlin aufmerksam.

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"Einiges haben wir schon erreicht", fasst die APS-Vorsitzende Hedwig François-Kettner die Aktivitäten des Bündnisses zum zehnjährigen Gründungsjubiläum zusammen. "Patientensicherheit ist mittlerweile ein zentrales Qualitätsmerkmal der Versorgung in Krankenhäusern, Praxen und Pflegeeinrichtungen." Immer mehr setzten die Handlungsempfehlungen für eine sichere Versorgung der Patienten um. Damit würden Fehler vermieden, bevor sie entstehen. "Die heute vorliegenden vielen positiven Ansätze dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach wie vor zu viele Menschen unnötig leiden oder sogar sterben müssen", betont jedoch François-Kettner. Die Lebensqualität der Patienten müsse oberste Priorität haben, nicht die Gewinnerzielung einzelner Akteure.

Programm gegen multiresistente Krankenhauskeime

Das APS habe in den vergangenen Jahren einen wichtigen Beitrag zur Patientensicherheit geleistet, hebt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hervor. Die Anliegen des Bündnisses hätten Eingang in die politische Arbeit gefunden. Verbesserungen kündigt er im Kampf gegen multiresistente Krankenhauskeime an, an denen in Deutschland pro Jahr zwischen 10.000 bis 15.000 Patienten sterben würden. "Das darf nicht so bleiben", sagt der Minister. Mit einem Zehn-Punkte-Plan wolle die Regierung dagegen angehen. Geplant seien unter anderem Hygieneförderprogramme , die Erprobung von Screenings vor ambulanten Eingriffen und eine Meldepflicht für nachgewiesene Erreger. Als weitere Maßnahmen, mit denen die Bundesregierung die Sicherheit der Patienten erhöhen will, nennt Gröhe den Ausbau der Qualitätssicherung, an der das neue Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen beteiligt sein wird, die Sicherstellung der Versorgung sowie die Krankenhausreform.

Die APS-Vorsitzende François-Kettner weist darauf hin, dass der Arbeit eines gemeinnützigen Vereins mit ehrenamtlichen Mitarbeitern Grenzen gesetzt seien. Das APS brauche eine Basisfinanzierung, um seine Bestrebungen dauerhaft fortführen zu können.

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