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Corona-Krise Ärztepräsident fordert Stärkung des Gesundheitsdienstes

Als Lehre aus der Corona-Krise pocht Ärztepräsident Dr. med. Klaus Reinhardt auf Verbesserungen für die Gesundheitsämter.

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«Die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig ein funktionierender öffentlicher Gesundheitsdienst für den Schutz der Bevölkerung ist», sagte der Präsident der Bundesärztekammer Dr. med. Klaus Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Doch seit 20 Jahren ist hier radikal und ohne Rücksicht auf Verluste gespart worden.»

Es sei allerhöchste Zeit, dass die Gesundheitsämter digital vernetzt und personell besser ausgestattet würden. «Von circa 5.000 Ärztinnen und Ärzten im Öffentlichen Gesundheitsdienst 1970 ist bis 2019 die Hälfte abgebaut worden», erläuterte Reinhardt. «Die Kommunen haben das eingespart.» Viele dieser Aufgaben hätten Arztpraxen und Kliniken übernommen. Ein jetzt von der Bundesregierung angekündigter Pakt zur Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes sei dringend erforderlich.

Reinhardt wies auf Probleme in der medizinischen Versorgung auch in anderen Bereichen hin. «Im Gesundheitswesen haben während der Corona-Krise zu viele Menschen aus Angst vor einer Infektion gar nicht oder zu spät ärztliche Hilfe gesucht», sagte er. «Das betrifft zum Beispiel Früherkennungsuntersuchungen, die Krebsdiagnostik oder die Behandlung chronischer Erkrankungen.» Reinhardt: «Alle bisherigen Hinweise deuten darauf hin, dass die Kollateralschäden der Pandemie für den Gesundheitsstand der Bevölkerung ein relevantes Problem sind.»

Nun sollte das Gesundheitswesen im Normalbetrieb weiterlaufen. «Wir müssen erst dann wieder in den Krisenmodus umschalten, wenn es zu einem Wiederaufflammen der Pandemie kommt.» In den Kliniken würden im Moment eher zu viele Kapazitäten für Covid-19-Patienten frei gehalten. «Das liegt zum Teil auch an Fehlanreizen, also an staatlich bewilligten Geldern für das Vorhalten von Intensivbetten», sagte Reinhardt. «Einige Geschäftsführer von Kliniken halten es offensichtlich für lukrativer, Betten für Corona-Fälle frei zu halten, als sie für ärztliche Behandlungen freizugeben.» Die Politik müsse nachsteuern.

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