Ethik Ärztekammer veröffentlicht Katalog ethischer Grundsätze

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Einen Katalog ethischer Grundsätze für das ärztliche Handeln hat die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) verabschiedet. In Zeiten zunehmender Ökonomisierung und eines gewandelten ärztlichen Selbstverständnisses sei es wichtig, Medizinern eine Orientierungshilfe für den Alltag zu geben, betont Dr. Bernd Hanswille, Vorsitzender des Arbeitskreises Ethikrat.

Seit Jahren verändere sich das Umfeld für ärztliches Handeln, so Hanswille in einer Publikation der Kammer. Neben dem medizinischen Fortschritt gebe es immer neue regulatorische Rahmenbedingungen und v.a. auch eine veränderte öffentliche Haltung zur Medizin. Deshalb sei ein Reminder in Form einer „Taschenkarte für die Ethik“ eine gute Hilfe für den Arzt, sein Handeln reflektierend zu prüfen. Wichtig sei, „dass es im Kern stets um die zwischenmenschliche Achtung und Würde, um respektvolles Verhalten gegenüber Patienten und Kollegen, zwischen Lernenden und Lehrenden geht“, betont der Vorsitzende.

Die vom Arbeitskreis erarbeiteten Grundsätze richten sich v.a. an Berufseinsteiger, sollen aber auch erfahrenen Ärzten in Krankenhäusern und Praxen als Leitfaden dienen. Die sieben Punkte greifen Kernthemen des Genfer Gelöbnisses von 1948 auf, einer zeitgemäßen Form des hippokratischen Eides.

In den Fokus rückt insbesondere der Patient, der über allen anderen Interessen stehen soll. Ebenfalls ein wichtiger Punkt: die medizinische Indikationsstellung. Diese sei als Kernelement der ärztlichen Tätigkeit und Identität von medizinfremden Erwägungen und Einflüssen freizuhalten. „Ökonomische Interessen dürfen nicht ausschlaggebend für die Erbringung medizinischer Leistungen sein“, heißt es in einem der sieben Prinzipien.