Ärztegehälter an kommunalen Kliniken steigen um mehr als vier Prozent

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Gehalt & Arbeitsbedingungen

Seit Ende letzten Jahres haben der Marburger Bund und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber um einen neuen Tarifvertrag für die an kommunalen Krankenhäusern beschäftigten Ärzte gerungen. Jetzt liegt eine Einigung vor. Das gilt künftig bei Gehalt, Bereitschaftsdienst und Urlaub.

Die an kommunalen Krankenhäusern tätigen Ärzte bekommen rückwirkend zum 1. Dezember 2014 mehr Gehalt. – © Minerva Studio (Fotolia.com)

Ärzte in kommunalen Krankenhäusern erhalten demnächst insgesamt rund fünf Prozent mehr Geld. Darauf haben sich der Marburger Bund und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) in der dritten Runde der Tarifverhandlungen verständigt.

Gehälter steigen in zwei Stufen

Im Detail soll es eine lineare Steigerung der Gehälter in zwei Stufen und eine neue Entgeltmatrix für den ärztlichen Bereitschaftsdienst geben. Rückwirkend zum 1. Dezember 2014 steigen die Gehälter zunächst um 2,2 Prozent. Vom 1. Dezember 2015 an steigt das Gehalt der Mediziner, die in kommunalen Krankenhäusern arbeiten, dann um weitere 1,9 Prozent. Die Gesamtlaufzeit des neuen Tarifvertrages beträgt 21 Monaten.

Das gilt künftig für Urlaub und Bereitschaftsdienst

Zusätzlich zu den Gehaltssteigerungen haben sich die Tarifpartner auch auf höhere Bereitschaftsentgelte geeinigt. Sie steigen durchschnittlich um 7,1 Prozent. Ebenfalls ausgehandelt wurde ein einheitlicher Anspruch aller Ärzte auf 30 Tage Erholungsurlaub pro Kalenderjahr. Bislang galt dieser erst ab dem 7. Jahr ärztlicher Tätigkeit.

Die Einigung steht noch unter Vorbehalt, die zuständigen Tarifgremien müssen noch zustimmen.
Der Marburger Bund habe „einen tragfähigen Kompromiss mit substanziellen Verbesserungen“ erzielt, sagt Verhandlungsführer Rolf Lübke. Er bemängelt, der VKA sei den Ärzten leider nicht bei der geforderten Reduzierung von Bereitschaftsdiensten am Wochenende entgegengekommen.

Die ursprünglichen Forderungen des Marburger Bundes

Die Ärztegewerkschaft und der VKA hatten die Tarifverhandlungen im Ende November 2014 aufgenommen. Ziel des Marburger Bundes war es, ein Plus von 5,4 Prozent beim Gehalt sowie höchstens zwei Bereitschaftsdienste pro Monat durchzusetzen.

Die Tarifeinigung gilt für bundesweit etwa 52.500 Ärzte in rund 550 kommunalen Kliniken im Geltungsbereich des Tarifvertrages TV-Ärzte/VKA.