Patientensicherheit -

Polypharmazie AdAM startet in Westfalen-Lippe

Das Projekt AdAM, das die Barmer GEK mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) angestoßen hat, soll vorerst Patienten in Westfalen-Lippe helfen, die von Polypharmazie betroffen sind. Es verbessert die Sicherheit der Arzneimitteltherapie jener, die mindestens fünf Medikamente parallel einnehmen müssen.

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AdAM startet in Westfalen-Lippe

AdAM steht für „Anwendung für digital unterstütztes Arzneimitteltherapie- und Versorgungsmanagement“. Das Projekt widmet sich der Polypharmazie und den durch die Komplexität der Therapie entstehenden vermeidbaren Risiken der Behandlung. Für Patienten, die an mehreren Krankheiten zugleich leiden, kann eine unzureichend abgestimmte Arzneitherapie zum lebensgefährlichen Risiko werden. AdAM bekommt dafür jetzt aus dem Innovationsfonds rund 16 Millionen Euro Starthilfe. „Bei einer Überführung in die Regelversorgung lassen sich bei allen gesetzlichen Krankenkassen bis zu 2,75 Milliarden Euro einsparen“, betont Dr. Mani Rafii, Vorstand der Barmer GEK.

Andere Projektelemente sorgen für eine automatische und patientenspezifische Information des Hausarztes bei neu beschriebenen Risiken von Arzneimitteln und der stationären Aufnahme seiner Patienten in ein Krankenhaus. Kommt ein Patient in die Klinik, erhält der Hausarzt automatisch eine Information und kann so relevante Informationen an die Klinik weitergeben. Zudem tragen sie Sprachbarrieren bei Betroffenen mit Migrationshintergrund Rechnung oder entwickeln praxistaugliche Handlungsempfehlungen für die Arzneitherapie. Alles zusammen ermögliche es den Hausärzten, inmitten der Behandlungskomplexität Risiken schnell zu erkennen, heißt es.

Ziel sei es, dass sich 85 Prozent der 440.000 von Polypharmazie betroffenen Barmer-Versicherten in das Projekt einschreiben. 1.000 Ärzte haben bereits ihr Interesse bekundet. Das Projekt ist auf 36 Monate angelegt und soll bis Ende September 2019 Ergebnisse liefern. Angestrebt wird eine Überführung in die Regelversorgung, wo das Projekt bis zu 18,6 Millionen Patienten helfen könnte.

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