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"Next Health"-Studie 6 Shifts für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem

Um vernetzte Gesundheitsdaten wirklich nutzen zu können, z.B. für verbesserte Therapien, muss sich das Gesundheitswesen technisch neu aufstellen. Dazu zählen u.a. offene Systeme und Plattformen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des Schweizer Gottlieb Duttweiler Institutes (GDI).

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Während sich das Gesundheitssystem bislang in erster Linie mit Krankheiten beschäftigte, verschiebt sich der Fokus nun zunehmend in Richtung Gesundheit, so die neue GDI-Studie "Next Health: Einfacher durch das Ökosystem der Gesundheit". Der technologische Fortschritt, insbesondere der wachsende Datenreichtum, mache es möglich, potenzielle Krankheiten schon vor dem Ausbruch zu erkennen und zu vermeiden. Und mehr Gesundheitsdaten versprechen eine verbesserte Prävention und präzisere Therapien. Gleichzeitig erhöht eine Datenflut aber die Komplexität.

Um die relevanten Informationen zu identifizieren, sind Laien ebenso wie Experten auf Technologie angewiesen. Die Zukunft des Gesundheitswesens hängt entscheidend davon ab, wie Daten gespeichert und zugänglich gemacht werden. Am besten positioniert sind nicht geschlossene Datensilos, sondern offene und transparente Systeme, in denen Menschen und Maschinen gemeinsam agieren.

6 Shifts im Gesunheitssystem

Voraussetzung für solche Systeme ist, dass die verschiedenen Akteure und Stakeholder des Gesundheitswesens stärker und partnerschaftlicher zusammenarbeiten. Das betrifft insbesondere die gemeinsame Nutzung von Daten. Je kooperativer Daten geteilt werden, umso besser sind die Resultate. Die GDI-Studie "Next Health" skizziert so einen neuen Weg. Er basiert auf dem Plattformansatz, wie er beispielsweise von Facebook, Amazon oder Uber bekannt ist. Mit einem smarten und dezentral gesteuerten Ökosystem, das sich konsequent auf den Kunden und das Kundenerlebnis ausrichtet, könnte die Schweizer Gesundheitsbranche zum Vorreiter werden. Die GDI-Studie listet sechs grundlegende Veränderungen, die auf das Gesundheitssystem zukommen:

  • Digitale Zugänglichkeit: Die Digitalisierung ermöglicht mehr Menschen den Zugang zu besserer Gesundheitsinformation.
  • Gesundheit 24/7: Kontinuierliches Tracing und Testing, z. B. per Smart-Watch, wird normal. Unregelmässigkeiten in den Bio-Daten werden schon identifiziert, bevor sich jemand unwohl fühlt.
  • Vom Silo zum Netzwerk: Wissenschaftler und Experten können auf einen wachsenden Datenkorpus zugreifen und versuchen, Erkenntnisse daraus zu extrahieren.
  • Prävention statt Intervention: Die kontinuierliche Erfassung von Gesundheitsdaten hilft bei der Früherkennung und führt dazu, dass ärztliche Beratung in Zukunft vermehrt nachgefragt wird, bevor man erkrankt. Es geht immer mehr um Wellbeing und Wellness und weniger um Medizin.
  • Healthstyle: Alltägliche Verhaltensdaten bilden die Basis für neue personalisierte Therapien und für das Management der individuellen Gesundheit.
  • Ageless Ageing: Die biologische Alterung wird aufgehalten und damit auch jede altersbedingte Krankheit.

Die neuen Patienten

Patienten sehen sich zunehmend als Konsumenten. Aus diesem neuen Bewusstsein erwachsen neue Erwartungen an die Leistungserbringer im Gesundheitswesen: Konsumenten wollen mehr Kontrolle und Transparenz über ihre Gesundheit und Service auf Abruf. Mit dem Smartphone wird Gesundheit zunehmend zur digitalen Dienstleistung, so wie Online-Shopping oder Mobilität. Die besten Chancen haben Leistungserbringer, die ihr Angebot nahtlos und bequem in den Alltag ihrer Kundinnen zu integrieren vermögen.

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