Telehealth-Services Facharzt-Rundum­betreuung

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Digitalisierung und Telemedizin

Die Möglichkeiten der Telemedizin gehen weit über die Videosprechstunde hinaus. Das Klinikum Schongau will dazu ein Pilotprojekt starten und zeigt, wie 24-7-­Rundum-Services auf Intensivstationen mit KI-gestützter Methode Personal und Klinik-IT ­entlasten und die Patientensicherheit erhöhen.

Im Telehealth-Kompetenzzentrum können Daten von der Intensivstation in Echtzeit eingesehen werden. – © TCC GmbH

Der Bedarf an digitaler Unterstüt­zung von Intensivstationen (ICU – intensive care unit) ist an deutschen Kliniken vorhanden: 75 Prozent der Kliniken auf den ICUs dokumentieren noch immer mit Papier und Stift. Aufgrund des Kostendrucks können Krankenhäuser eine Bereitstellung von Fachärzteschaft rund um die Uhr nicht leisten. Zudem besteht in vielen Regionen ein Mangel an Ärztinnen und Ärzten. Telehealth-Services sollen hier Ab­hilfe schaffen, um Mitarbeitende und Klinik-IT zu entlasten.

Das HealthTech-Start-up Tele­healthCompetence Center (TCC) ist ein mit Fachärzteschaft und Intensivmedizinerinnen und -­medizinern rund um die Uhr, sieben Tage die Woche besetztes Kompetenzzen­trum, das ärztliche Tätigkeiten aus der Entfernung übernimmt. Ärzteschaft und Pflegeper­sonal in Krankenhäu­sern, deren Bet-ten mit der Hard- und Software des Dienst­leisters ausgerüs­tet sind, sollen dank dem 24-7-Service mit fach- und intensivmedizinischer Qualität beraten werden. Als ausgelagertes Zentrum hat das Unternehmen Einsicht in Behandlungsdaten in Echtzeit und ist damit in der Lage – unterstützt durch KI – Entwicklungen des Ge­sundheitszustandes vorherzusagen und so Verschlechterungen zu vermeiden.

Krankenhaus Weilheim-­Schongau will Pilot werden

Diese Vorteile möchte auch die Kran­-kenhaus GmbH Landkreis Weilheim-Schongau nutzen. Etwa 40.000 Patientinnen und Patienten werden dort von 1.300 Mitarbeitenden pro Jahr versorgt. Gestartet werden soll das Modell dort an acht Intensivbetten, vorausgesetzt das Projekt wird nach dem KHZG-­Förderantrag bewilligt. TCC erfüllt den Fördertatbestand 9 („Telemedizinische Netzwerke, informations- & kommunikations-technische und robotikbasierte Anlagen, Systeme oder Verfahren“). Weitere Tatbestände (3, 4, 5, 6, 7 und 10) werden übergreifend abgedeckt.

Im ersten Schritt sollen dann die vorhandenen IT-Systeme (v.a. das Klinikinformationssystem – KIS) und die Endgeräte der Intensivstation evaluiert werden. Anschließend startet der Change-Manage­ment-Prozess, indem TCC-Intensivmedizinerinnen und ­-mediziner das Personal im Dienst begleiten und die Abläufe kennenlernen. Die Wünsche und Erwartungen des Klinikteams an die digitale Unterstützung vor Ort werden aufgenommen und in das PDMS (Patient Data Management System) übernommen und bei den späteren 24/7-Services berücksichtigt. Anschließend soll das PDMS als SaaS-Applikation zur Verfügung gestellt werden. Über Schnittstellen sollen alle gängigen Systeme eingebunden werden. Sind die Intensivbetten mit der Hard- und Software ausgestattet und die Schnittstellen angebunden, laufen alle Daten im TCC zusammen. Das PDMS wird anschließend technisch so vorbereitet, dass es über Schnittstellen mit dem KIS des Krankenhauses kommunizieren kann. Auf Dashboards erhält die Ärzteschaft Hinweise und Frühwarnungen zu ihren Patientinnen und Patienten. Als Schlüssel der tech­nischen Integration soll die „IoT Konnektorbox“ installiert und alle Endgeräte der ICU angebunden werden. Die Intensivbetten benötigen dazu neben der Konnektorbox nur eine Internetverbindung.

Nach einem Testbetrieb und einer Schulung vor Ort erfolgt der „Go-live“. Unter Einhaltung aller Vorgaben des Datenschutzes soll dann eine per­manente Analyse der Patientenzustände stattfinden. Die Fachärzteschaft könne somit künftig alle Parameter im Blick haben. Parallel wird durch das System die digitale Dokumentation der Klinik aufgebaut.

HCM berichtet in den kommenden Ausgaben, wie das Pilotprojekt in der Krankenhaus GmbH Landkreis Weilheim-Schongau voranschreitet.

Kontakt zum Autor:

David Barg, Kontakt: dbarg@tcc-clinicalsolutions.de