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Der Praxistipp vom Fachanwalt ... … zum Anscheinsbeweis bei zurückgelassenen Fremdkörpern nach OP

Wird bei einem Patienten in einem engen zeitlichen Zusammenhang zu einer Voroperation ein medizinisches Bauchtuch im Operationsgebiet vorgefunden, spricht nach dem Urteil des OLG Dresden der Beweis des ersten Anscheins dafür, dass dieses bei der ersten Operation übersehen wurde.

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Dies führt dazu, dass es der Klinik obliegt, das Gegenteil zu beweisen. Können organisatorische Vorkehrungen gegen ein solches Zurücklassen, etwa durch Zählkontrollen, nicht festgestellt werden, ist das Zurücklassen von Fremdkörpern dem Risikobereich der Klinik zuzuordnen. Eine solche zu dokumentierende Zählkontrolle muss dabei die zu zählenden Gegenstände vor und nach der OP ziffernmäßig aufführen, die Übereinstimmung der Werte ist anschließend gesondert zu bestätigen. Der Vermerk „Zählkontrolle: ja“ genügt der Dokumentationspflicht hingegen nicht (OLG Dresden, Urteil vom 7. Juli 2020 – 4 U 352/20).

Kontakt zum Fachanwalt
Dr. Tobias Weimer, M.A, Fachanwalt für Medizinrecht und zertifizierter Compliance Officer (TÜV), c/o WEIMER I BORK – Kanzlei für Medizin-, Arbeits- & Strafrecht, Frielinghausstr. 8, 44803 Bochum; www.kanzlei-weimer-bork.de; weimer@kanzlei-weimer-bork.de

 

 

 

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