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Sea Hero Quest Virtual-Reality-Spiel unterstützt Demenzforschung

Fast drei Millionen User spielen mittlerweile per mobiler App Sea Hero Quest. Es liefert wertvolle Daten für die Grundlagenforschung zu Demenz. Ein gutes Jahr nach dem Start hat die Telekom jetzt mit Partnern aus Wissenschaft und Forschung eine Virtual-Reality-Version des Spiels entwickelt. Mit ihr lassen sich noch mehr und präzisere Daten erheben.

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Unbekanntes Terrain, schlechte Sicht: Es ist eine Herausforderung, das kleine Boot durch ein unübersichtliches Labyrinth aus Buchten und Inseln zu steuern. Doch statt auf GPS muss der Spieler sich auf seinen Orientierungssinn verlassen, um so schnell wie möglich zum Ziel zu gelangen, das er sich zuvor auf einer Karte ansehen konnte. Während er spielt, sammelt Sea Hero Quest Daten über die Entscheidungen, die sein Gehirn trifft. Wissenschaftler erhalten auf diese Weise Normdaten zur räumlichen Orientierung bei gesunden Menschen; diese wiederum helfen dabei, neue Verfahren zur frühzeitigen Diagnose von Demenz zu entwickeln. Die Daten sind anonym und gemäß deutschem Bundesdatenschutzgesetz in einem Rechenzentrum der T-Systems in Deutschland gespeichert.

15-mal genauere Daten dank Virtual Reality

Wie beim mobilen Spiel entsprechen bei Sea Hero Quest VR zwei Minuten Spielzeit fünf Stunden herkömmlicher Forschung. Doch die VR-Version ermittelt präzisere Daten als die mobile App: So erhebt sie Neigungs-, Beschleunigungs- und Verrollungsdaten auch kleinster Kopfbewegungen. Zudem werden diese in einem kürzeren Zeitabstand – zehnmal statt zweimal pro Sekunde gegenüber dem mobilen Spiel – erhoben. Auch die Position des Spielers lässt sich auf 1,5° statt auf 22,5° eingrenzen. Insgesamt erhalten die Wissenschaftler damit 15-mal genauere Daten, die sie mit den gewaltigen Datenmengen aus dem mobilen Spiel über eine Kreuzvalidierung vergleichen.

Das Morris-Wasserlabyrinth wird virtuell

Als neues Level hat Sea Hero Quest VR außerdem den Morris-Wasserlabyrinth-Test integriert: Dieses Experiment, das als Goldstandard in der Verhaltenswissenschaft gilt, lässt sich damit erstmals als Test mit Menschen durchführen, der valide Ergebnisse liefert. Ursprünglich lernten Nagetiere, eine unter der Wasseroberfläche verborgene Platte zu finden und sich diese zu merken. Unterhaltsamer hat es der menschliche Spieler: Er muss im dreidimensionalen Raum eine Meereskreatur finden, füttern und sich deren Standort einprägen, um sie später wiederzufinden. „Virtual Reality ermöglicht eine noch umfassendere und unmittelbarere diagnostische Beurteilung von räumlichen Orientierungsproblemen bei Menschen, die möglicherweise Demenz entwickeln“, erklärt Michael Hornberger, Professor für Demenzforschung an der Universität von East Anglia. „Insbesondere erlaubt uns VR, exakter zu messen, wenn Personen in ihrem Orientierungsverhalten unsicher sind, beispielsweise in ihrer Bewegung stoppen und sich umsehen. Sea Hero Quest VR hat daher das Potenzial, zusätzliche und ergänzende Daten zum mobilen Spiel zu sammeln.“

Die Entwickler haben sehr auf die Anwenderfreundlichkeit auch für ältere und spielunerfahrene Nutzer geachtet. Entwickelt für die Samsung Gear VR-Brille kann das kostenlose Spiel ab sofort im Oculus-Store heruntergeladen werden. Alle Infos zu Sea Hero Quest finden Sie mit einem Klick hierauf.

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