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Kriminalität Unzufriedener Patient löst Großeinsatz aus

Alarm in Ludwigshafen: Ein Mann stößt an einer Bushaltestelle Drohungen aus, dann verschwindet er. Er sei unzufrieden mit seinem Arzt, gesteht er Stunden später als Motiv. In der Zwischenzeit erlebt die Stadt einen Großeinsatz mit schwer bewaffneten Polizisten.

Aus Ärger über seinen Arzt hat ein Mann in Ludwigshafen mit Drohungen einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Die von einer Zeugin alarmierten Polizisten hielten es am Freitag (14. Juli 2017) zwischenzeitlich auch für möglich, dass der 27-Jährige einen Sprengstoffgürtel hatte - das stellte sich als falsch heraus. Der unter Drogeneinfluss stehende Mann wurde laut Polizei viereinhalb Stunden nach dem Alarm wegen seines auffälligen Verhaltens gefasst und gestand die Drohungen. Auf die Frage nach dem vermeintlichen Sprengstoffgürtel erklärte er, es habe sich um sein Mobiltelefon mit Kopfhörerkabel gehandelt. Nach Angaben eines Polizeisprechers bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.

Der wegen Gewalt-, Betäubungsmittel- und Diebstahldelikten bekannte 27-Jährige wurde nach den polizeilichen Maßnahmen entlassen. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten eingeleitet. Laut Polizei waren wegen des Vorfalls rund 200 Beamte im Einsatz, ein Krankenhaus war vorübergehend gesperrt worden. Worüber genau der Mann sich aufgeregt hatte, wurde nicht mitgeteilt.

Kein Einzelfall

In der Vergangenheit hatte es in der Chemiestadt bereits mehrfach Angriffe auf Ärzte gegeben: 1999 hatte ein Mann aus Ärger über eine Nasenoperation den HNO-Chefarzt des Klinikums Ludwigshafen erschossen. 2003 erschoss ein 69-Jähriger in Ludwigshafen seine Ehefrau und zwei Ärzte, bevor er sich selbst tötete.

Zum Hergang

Am Freitagmorgen hatte die Zeugin im neuen Fall berichtet, sie habe an einer Bushaltestelle einen Unbekannten getroffen, der gedroht habe, Ärzte und Polizisten töten zu wollen. Unter der Kleidung des Mannes habe sie ein kleines Kästchen und mehrere Drähte gesehen. Nach Einschätzung der Beamten hätte es sich um einen Sprengstoffgürtel handeln können. Anschließend sei der Mann in einen Bus in Richtung des St. Marienkrankenhauses gestiegen. Daraufhin schützten und überprüften schwer bewaffnete Beamte zunächst das Krankenhaus sowie mehrere Arztpraxen entlang der gesamten Route. Am Mittag sah die Polizei dann Anlass für eine erste Entwarnung. Die bis dahin erfolgten Überprüfungen seien allesamt negativ verlaufen und hätten keine konkrete Gefährdungssituation ergeben, hieß es. Der mutmaßliche Täter wurde kurz nach 12 Uhr in Gewahrsam genommen. Hinweise aus der Bevölkerung hätten auf seine Spur geführt, sagte eine Polizeisprecherin. "Mit der Ingewahrsamnahme des 27-Jährigen hat sich die Lage völlig entspannt", ergänzte sie.

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