Pflege -

3 Fragen an Alexandra Bartholl Stressreduktion bei der Pflegedokumentation

Die Mobile Alten- und Krankenpflege Bernotat in Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein bietet klassische ambulante Pflege und versorgt darüber hinaus in zwei ambulanten Wohngemeinschaften Menschen mit Demenz. 70 Mitarbeitende versorgen etwa 130 Pflegebedürftige. Im Bereich Arbeitsorganisation setzte die Einrichtung bei den Aufgaben zur Pflegedokumentation an, um damit verbundenen Stress und Aufwand zu reduzieren. Inhaberin Alexandra Bartholl nahm dazu das Angebot an, das Strukturmodell zur vereinfachten Pflegedokumentation zu testen. Unterstützt vom Berufsverband, wurden drei Mitarbeiter weitergebildet, die im Anschluss die Dokumentation im Haus umgestellt haben und diese so deutlich vereinfachen konnten.

Frau Bartholl, was war in Ihrer Einrichtung die Herausforderung? Was hat Sie zum Handeln veranlasst und welche Ziele wollten Sie erreichen?

Bartholl: Unser Wunsch war es schon lange, den ständig zunehmenden Dokumentationsaufwand zu reduzieren. Uns war aufgefallen, dass die vielen Dokumente für die tägliche Arbeit oft gar nicht benutzt und auch nicht aktualisiert wurden. Die Dokumentation war unübersichtlich. Deshalb nahmen wir gerne das Angebot an, die Umsetzung des Strukturmodells der vereinfachten Pflegedokumentation auszuprobieren. Unser Ziel war es, die Dokumentation in der täglichen Pflege wieder zu einem hilfreichen Arbeitsinstrument zu machen.

Wie sind Sie vorgegangen und welche Instrumente haben Sie genutzt?

Bartholl: Wir haben drei Mitarbeiter zur Schulungsreihe unseres Berufsverbandes angemeldet. Nach der Startveranstaltung haben diese Mitarbeitern sofort angefangen, die bestehende Dokumentation umzustellen. Dazu haben wir uns am Modellprojekt der Bundesregierung orientiert. Unsere eigenen Dokumentationsformulare wurden gesichtet und bis auf wenige Ausnahmen aussortiert. Die geschulten Mitarbeiter haben dann begonnen, bereits bestehende Pflegedokumentationsmappen umzustellen.

Was konnten Sie mit der Umstellung erreichen und wie haben Sie sichergestellt, dass die Veränderungen nachhaltig sind?

Bartholl: Bei den Mitarbeitern, die die vereinfachte Pflegedokumentation eingeführt haben, war ein starker Motivationsschub zu bemerken. Die neue Rolle als kompetente Fachkraft wurde gerne angenommen. Andere Kollegen wurden geschult und miteinbezogen. Die drei Mitarbeiter gewannen Selbstvertrauen und konnten ihr eigenes Fachwissen und ihre Kompetenzen gewinnbringend einsetzen. Die anderen Mitarbeiter waren froh über die reduzierte und übersichtliche Dokumentation. Es kam auch gut an, dass die Einschätzungen aller Kolleginnen und Kollegen in die Fallbesprechungen und in die Versorgungsablaufplanung miteinbezogen wurden.

© hcm-magazin.de 2017 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen