Health&Care -

Asklepios Stärkung für Krankenhausseelsorge

Asklepios und die Evangelisch-Lutherische Kirche verstärken ihre Zusammenarbeit in Hamburg im Bereich der Krankenhausseelsorge. Die Seelsorge soll somit weiterhin mit der größtmöglicher Qualität in den Kliniken präsent sein – auch für die Mitarbeiter.

Patienten, Angehörige und Klinikmitarbeiter in schwierigen Situation zu trösten, sie zu begleiten, mit ihnen zu beten, das ist seit vielen Jahren gelebter Arbeitsalltag der Seelsorgerinnen und Seelsorger in den Hamburger Asklepios Kliniken. Insgesamt engagieren sich 13 evangelisch-lutherische und zwei römisch-katholische Krankenhausseelsorger vor Ort in den Einrichtungen der Klinikgruppe und stehen den Betroffenen zur Verfügung, wann immer Rat und ihre Hilfe gebraucht werden. In Anerkennung dieser hoch geschätzten Arbeit der Seelsorger haben die Asklepios Kliniken und der Ev.-Luth. Kirchenkreisverband Hamburg ihre Kooperation jetzt intensiviert. Diese verstärkte Kooperation wirke sich durch eine interkonfessionelle Zusammenarbeit auch positiv auf die bestehende seelsorgliche Arbeit der katholischen Kirche aus. Die Seelsorge werde somit weiterhin mit hoher Verlässlichkeit und mit der größtmöglichen Qualität in den Kliniken präsent sein und sie bleibe zugleich in gewohnter Form unabhängig. Daneben gibt es bei Bedarf für die Patienten seelsorgliche Angebote anderer Konfessionen. Dazu gibt es regelmäßige Kontakte zu Imamen, zu russisch-orthodoxen Priestern und zur jüdischen Gemeinde.

„Die Entscheidung von Asklepios, die Krankenhausseelsorge zukünftig durch eine Spende finanziell zu unterstützen, ist eine große Wertschätzung für unsere langjährige und engagierte Arbeit in den sieben Asklepios-Häusern und darüber hinaus“, sagt Ralf T. Brinkmann, Leitender Pastor des Kirchenkreisverbandes Hamburg und Chef der Krankenhausseelsorge in 22 Krankenhäusern in der Metropolregion Hamburg. Die ideelle und finanzielle Unterstützung sei eine Anerkennung für das kontinuierliche Wirken der Seelsorger. „Sie begleiten nicht nur Patienten und Angehörige in existentiell schwierigen Situationen, sondern sind auch für Pflegepersonal und Ärzteschaft kompetente Ansprechpartner bei beruflicher Belastung und ethischen Entscheidungen, in Krisen und Notfällen“, so Pastor Brinkmann.

„Die langjährige, erfolgreiche Kooperation wird jetzt auf ein noch festeres Fundament gestellt. Damit wollen wir gemeinsam zeigen, welch hohen Stellenwert die Krankenhausseelsorge heute im deutschen Gesundheitswesen hat“, sagt Dr. Thomas Wolfram, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung der Asklepios Kliniken Gruppe. „Beiden Partnern, Asklepios und dem evangelischen Kirchenkreisverband, war bei diesem Entschluss wichtig, dass Krankenhausseelsorge weiterhin überkonfessionell gesehen wird und z.B. auch die katholischen Seelsorger mit einbezogen werden. Die beiden christlichen Kirchen stimmen sich hier untereinander ab, was die Verteilung der bereit gestellten Mittel betrifft“, so Dr. Wolfram.

Seelsorge hat auch einen imagegebenden Faktor

Pastor Brinkmann erkennt in der Kooperation zwischen der Kirche und Asklepios mit Bezug auf die Seelsorge einen Signalcharakter für die Klinikbranche: „Ich hoffe, dass die Kooperation auch andere Krankenhäuser zu einer Intensivierung der Zusammenarbeit mit uns motiviert. Die Präsenz von Seelsorge in der Klinik ist schließlich keine nette Zugabe, sondern mittlerweile ein ernst zu nehmender Faktor für das gute Image eines Krankenhauses. Zu einer erfolgreichen medizinischen Behandlung gehört auch stets die persönliche Zuwendung zum Menschen. Gesundheit von Körper und Seele sind immer zusammen zu denken“, so der Leitende Pastor.

Patienten, Angehörige und Klinikmitarbeiter können in den Asklepios Kliniken eine Vielzahl von Angeboten in Anspruch nehmen – vom persönlichen Gespräch, über das gemeinsame Gebet, Segnungen bis hin zum Heiligen Abendmahl. Katholische Patienten können auf Wunsch einen Priester für die Spendung der Eucharistie oder die Krankensalbung in Anspruch nehmen. Die Kliniken haben auch spezielle Räumlichkeiten hergerichtet, in denen sich Menschen in Ruhe zurückziehen können. Es gibt in jeder Asklepios Klinik einen Raum der Stille, der überkonfessionell genutzt werden kann, z.T. sind diese Räume mit einem Gebetsteppich ausgestattet. Dazu kommen spezielle Abschiedsräume. Der Kontakt zu Geistlichen anderer, nicht-christlicher Glaubensrichtungen kann in allen Einrichtungen auf Wunsch hergestellt werden. Im Maßregelvollzug in der Asklepios Klinik Nord sind zudem regelmäßig ein Imam und ein russisch-orthodoxer Priester vor Ort.

Bedarf steigt, auch beim Personal

Laut Asklepios hat der Bedarf an seelsorglicher Arbeit in den vergangenen Jahren insgesamt stetig zugenommen. „Führten sie früher nur Patientengespräche und begleiteten Angehörige, so stehen sie heute auch dem Pflegepersonal und der Ärzteschaft zur Verfügung. Bei beruflicher Belastung schüttet man ihnen gegenüber das Herz aus und erfährt ein heilsames Gegenüber“, berichtet der Leitende Pastor Ralf T. Brinkmann. Immer stärker in Anspruch genommen werden ethische Einzelfallgespräche, sogenannte ethische Fallbesprechungen. Hier moderieren Krankenhausseelsorger in einem Kreis aus Angehörigen, Pflegepersonal und Ärzten das Gespräch, damit eine für alle Seiten ethisch tragbare Entscheidung für den einzelnen Patienten getroffen werden kann. Um diese vielfältigen Aufgaben und Situationen zu bewältigen, haben alle Krankenhausseelsorger im Kirchenkreisverband Hamburg zusätzlich eine Fortbildung zum Ethikberater/in im Gesundheitswesen absolviert. Zu den weiteren Aufgaben gehören die Begleitung von Eltern stillgeborener Kinder sowie deren Bestattung, die Einrichtung und Pflege des Raumes der Stille, die Begleitung von Teams nach dem Tod eines/einer Kollegin. Hier werden oftmals Abschieds- bzw. Gedenkfeiern im Krankenhaus gestaltet, die auch kirchlich nicht sozialisierte Menschen oder Menschen anderer Religionen ansprechen. Das hat für das Team auf der Station oft eine entlastende Funktion. Außerdem seien Seelsorger oft Teil des Teams einer Palliativstation. Einige Krankenhausseelsorger sind außerdem bei der Aus- und Fortbildung des Pflegepersonals engagiert. So greife das Asklepios Bildungszentrum für Gesundheitsberufe (BZG) gerne auf Pastoren zurück, wenn dort Seminare zur Begleitung Sterbender angeboten werden.

© hcm-magazin.de 2017 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen