Quergedacht -

Dienstbekleidung Mehr als nur ein Kopftuch

In den Frankfurter Rotkreuz-Kliniken gehört der Hidschab nun offiziell zur Dienstbekleidung – dank Bouchra Boulaich. Die Krankenpflegeschülerin hat das Thema direkt bei Dr. Marion Friers, Geschäftsführerin Personal, angesprochen. Im Austausch fanden die beiden eine Kompromisslösung zwischen Diversität, gegenseitigem Respekt und Hygienevorgaben.

„Hast du eigentlich die Erlaubnis, ein Kopftuch zu tragen?“ Diese Frage hörte Bouchra Boulaich, Krankenpflegeschülerin an den Frankfurter Rotkreuz-Kliniken, allzu oft in ihrem Arbeitsalltag. „Auch bei meinen Praktika in anderen Häusern war es immer das Gleiche“, erinnert sich die junge Frau an die zahlreichen Diskussionen mit Kollegen und Vorgesetzten ums Kopftuchtragen. „Mal hieß es, ich muss es nach hinten tragen, dann galten andere Regeln für Infektionszimmer, dann musste es komplett weiß sein, dann wieder nicht.“ Kein akzeptabler Zustand für Boulaich. Deshalb suchte sie den direkten Kontakt zur Geschäftsleitung der Frankfurter Rotkreuz-Kliniken zu Dr. Marion Friers, Geschäftsführerin Personal, Pflege und Kommunikation. Diese hörte sich Boulaichs Ausführungen an und ging in den direkten Austausch mit ihrer Mitarbeiterin. „Aus Überzeugung und auch auf Basis der Grundsätze des Roten Kreuzes behandeln wir Menschen unabhängig von Herkunft und Religion gleich. Dazu gehört es auch, dass Unterschiede akzeptiert und respektiert werden. Deshalb dürfen Kopftücher natürlich getragen werden – allerdings unter Beachtung der Häuservorschriften v.a. im Hinblick auf Hygiene“, sagt Dr. Friers. Um hier eine richtige Entscheidung treffen zu können, zog sie den Krankenhaushygieniker Dr. Uwe Drehsen hinzu. Sein Urteil: Das Kopftuch darf aus hygienischer Sicht getragen werden, aber nicht mit den Patienten ähnlich wie Hose und Kittel in Kontakt kommen. Um das so gut wie möglich zu vermeiden, muss es in den Kasack gesteckt werden. Auf die Bedeckung der Arme muss sie allerdings verzichten. „Lange Ärmel lassen die Hygienevorschriften nicht zu“, sagt Dr. Friers. Kein Problem für Boulaich. „Das ist so für mich ok, da ich die Patienten auf keinen Fall gefährden möchte.“

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Kommentare
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k-renz

FALSCH!

"Auf Basis der Grundsätze des Roten Kreuzes behandeln wir Menschen unabhängig von Herkunft und Religion gleich" ...

Daher dürfen manche also auch gleicher sein, und ihre Ungleichheit demonstrativ vorzeigen?
So klar machen dass sie selbst Gläubige sind und die anderen Ungläubige?
Zu denen es im Koran schon mal heißt sie seien weniger wert als Tiere (Sure 8:55)?

Diese Dr. Marion Friers gehört offenbar zu den vielen modernen Edelmenschen die derzeit unser Land allmählich zerstören durch Zulassen des Gesellschafts-Djihads (Djiahd setzt nicht immer nur Gewalt ein) in Salami-Taktik. Unter dem Vorwand seichter Humanitäts- und Liberalitäts-Floskeln.

Ich möchte von niemandem gepflegt werden der mich als Atheisten als für die Hölle bestimmt betrachtet. Wobei ich mir auch kaum vorstellen kann dass so jemand an einem Mann Intimpflege vornimmt. Wenn ich irgendeine Wahl habe werde ich niemals in so ein Krankenhaus gehen.