Forschung -

Medizintechnik: Operieren ohne Narben

Eine Operation hinterlässt auf der Haut der Patienten Spuren in Form von Narben. Doch Forscher der Leibniz Universität Hannover arbeiten gerade an einem Kontinuumsroboter, der künftig Operationen nahezu ohne Narben möglich machen könnte.

Medizintechnik: Operieren ohne Narben
Die Röhrchen der Kontinuumsroboter sind zwar im Durchmesser kleiner als 2,5 Millimeter, bieten aber die Manipulationsmöglichkeiten eines Roboters. -

Innovative Medizintechnik wird oftmals als Kostentreiber wahrgenommen. Doch das ist laut SPECTARIS, dem Fachverband Medizintechnik, ganz und gar nicht so. Innovative Medizintechnik könne vielmehr dabei helfen, Kosten im Gesundheitswesen einzusparen, schreiben SPECTARIS- Geschäftsführer Dr. Tobias Weiler und Hans-Peter Bursig vom Fachverband Elektromedizinische Technik im ZVEI in der Publikation Potentiale innovativer Medizintechnik. So könnten etwa durch genauere Diagnostik, moderne Operationsmethoden oder Therapiemöglichkeiten die Operations- und Liegezeiten verkürzt und Heilungsprozesse beschleunigt werden. Außerdem könne mit Hilfe von Produktlösungen zur Optimierung von Prozessen auch der Verwaltungsaufwand reduziert werden.

Liegezeiten von OP-Patienten könnten künftig kürzer sein

Eine Entwicklung aus der Medizintechnik, die die Behandlungsqualität in deutschen Krankenhäusern in Zukunft deutlich heben könnte, sind beispielsweise Kontinuumsroboter für chirurgische Anwendungen. Sie werden derzeit von einer Forschergruppe am Mechatronik Zentrum (MZH) der Universität Hannover entwickelt. Die Roboter könnten künftig von Medizinern in der minimalinvasiven Chirurgie eingesetzt werden und so das  Operieren ohne Narben möglich machen.  Die neue Technik soll aber nicht nur optische Vorteile für die Patienten mit sich bringen. "Die minimalinvasive Operationsmethode beschleunigt den Heilungsprozess bei den behandelten Patienten", sagt Dr. Jessica Burgner-Kahrs.  Dadurch könne die Liegezeit der Patienten im Krankenhaus verkürzt werden, sodass auch die Kosten für die Kliniken geringer seien. Dr. Burgner-Kahrs leitet das Forschungsprojekt am MZH. "Wir forschen sehr interdisziplinär zwischen Informatik, Maschinenbau, Elektrotechnik und Medizin", sagt die Informatikerin. Zusammen mit ihren Kollegen hat sie das Ziel, selbst durch kleinste Zugänge flexibel zum Ort der Operation zu gelangen und dort zielsicher behandeln zu können.

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