Bildergalerie: Kunst an der Uniklinik Köln

Bild: Uniklinik Köln
An der Uniklinik Köln ist in einem Gang im Untergeschoss zwischen Bettenhaus und Strahlentherapie ein beeindruckendes Kunstwerk entstanden. 23 Tondi (Rundbilder) mit Motiven, die zum Träumen und Nachdenken anregen, sind dort in Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule Köln entstanden.
Bild: Uniklinik Köln
Insgesamt drei Semester hatten die Lehramtstudenten der Universität Köln Zeit, sich mit ihren Motiven zum Thema Utopie zu befassen. Dabei standen sie im engen Austausch mit den Krankenhausmitarbeitern.
Bild: Uniklinik Köln
Entwürfe des Zusammenspiels der einzelnen Tondi auf der gesamten Wandfläche.
Bild: Uniklink Köln
Nach nur zwei Wochen und trotz laufendem Klinikbetrieb waren die Kunstwerke fertig.
Bild: Uniklinik Köln
Janina Noe, LA BA Sonderpädagogik: „Ein junges Mädchen blickt auf eine Insel. Sie ist mit dem Rücken zu uns gekehrt und das Gesicht ist nicht zu erkennen. Durch dieses Stilmittel, welches auch in der Romantik eingesetzt wurde, kann sich der Betrachter in die Figur hineinversetzen. Es kommt das Gefühl der Verbundenheit zur Natur auf. Die Berglandschaft der Insel stellt eine unwirkliche Welt dar, die einer Art Paradies ähnelt. Genießt das Mädchen den Blick und die Verbundenheit oder möchte sie die Insel erreichen und sehnt sich nach ihr? Das Bild möchte dazu einladen, die Geschichte des Mädchens weiterzuführen und sich selbst über seine eigenen Sehnsüchte und Ziele bewusst zu werden. Durch die Teilnahme an dem Projekt konnte ich mich über einen längeren Zeitraum mit einem bestimmten Thema künstlerisch auseinandersetzen. Besonders interessant fand ich dabei, wie sich nicht nur mein eigenes Motiv, sondern auch das der anderen Teilnehmer immer wieder weiterentwickelte.“
Bild: Uniklink Köln
Luisa Maria Antes, LA MA Grundschule: „Die Ansicht eines sich kreisförmig nach Futter schnappenden an die Oberfläche drängenden Schwarms tropischer Fische bietet sich dem Beobachter von einem Boot aus, welches im übertragenen Sinn als Insel begriffen werden darf. Ich malte also nicht den Menschen im Boot, sondern vermittle die ihm sichtbare Perspektive. Das sonnendurchflutete flirrende Wasser inszeniert den Fischschwarm in heiteren Farben. Wasser bedeutet Leben, Fische sind eine in den Religionen verwendete Symbolik. Mein Motiv kann als Sehnsuchtsort, Erinnerung oder in der Vorstellung mit paradiesischen Zügen begriffen werden und damit jedem Menschen unabhängig von Religionen zugänglich sein, ihn gedanklich einfangen, um eigene Assoziationen zu entwickeln und Interpretationen zu suchen. Fischschwarm, mein Lieblingsrundbild aus der malerischen Serie meiner Examensarbeit 'Inselmotive', habe ich für den farbigen Kunstweg gewählt, weil es als Motiv der Hoffnung und Gemeinschaft Zuversicht und Lebenslust vermittelt.“
Bild: Uniklinik Köln
Paula Geier, LA BA Gymnasium Geschichte Kunst Biologie: „Der Tondo ist aus mehreren Elementen und zwei Ebenen aufgebaut: Geometrische Formen bilden den Hintergrund, der von außen mit dunklen Farbtönen nach innen zu hellen Farben verläuft. Diese sind angelehnt an die Farben von Aufnahmen des Universums. Im Vordergrund befinden sich Pflanzen mit Luftwurzeln. Abgebildet ist die Kannenpflanze Nepenthes sp. Das Projekt 'Painted Dreams & Abstract Greens' bietet uns eine wunderbare Möglichkeit, sich mit der Malerei zu beschäftigen, diese auszustellen und einen sinnvollen Beitrag zu leisten.“
Bild: Uniklinik Köln
Benedikt Senden, LA BA HRG Kunst, Deutsch: „Als Naturliebhaber haben mich tropische Regenwälder mit ihrer bunten Flora und Fauna schon immer fasziniert. Daher begann ich früh Orchideen vieler Arten zu kultivieren. Mein Tondo porträtiert eine Cattleya Orchidee im Regenwald. Eigene Bilder und Zeichnungen und das Buch 'Orchideen' von dem Zoologen Ernst Haeckel, das eine Fülle unterschiedlicher Orchideenblüten zeigt, dienten als Inspiration, als Vorlage Naturfotografien. Die leuchtenden Farben und das Motiv sollen Lebensfreude und Glücksgefühle vermitteln. Der Tondo ist aber auch politisch: Die Erde als Paradies ist einzigartig und wunderschön! Tue alles für ihren Erhalt!“
Bild: Uniklinik Köln
Stefan Heithorst, LA MA Gymnasium Geschichte, Kunst: „Das Bild zeigt einen Wanderer, der inmitten einer Landschaft, einer Behausung und einem Waldstück einen Weg abschreitet. Im Unwissen über sein Herkommen und sein Ziel sehen wir ihn in einem momenthaften Ausschnitt seiner Reise. In Anlehnung an Hieronymus Boschs 'Der Wanderer' (1490–1505) sehen wir auf dem Bild eine Person, die sich auf dem Weg befindet. Auch nach 500 Jahren finden wir einen Zugang zu dieser Situation, die uns an Mühen und Entbehrungen einer Reise, aber auch an Erfahrungen, an neue Zugänge zu unsrer Umwelt und zu uns selbst erinnert. Als Schlüsselfigur öffnet uns der Wanderer gleichzeitig den Raum in eine Landschaft, die den Blick weitläufig in die Ferne schauen lässt.Dieses Arbeiten im Kollektiv ist eine Herausforderung. Es ist keine Instant-Zufriedenheit die sich hier schnell erzeugen lässt, sondern eine, die sich erst mit dem Beschluss der Gruppe ergibt. Auch wenn ich das Endergebnis noch nicht kenne, war diese Erfahrung der Gruppenarbeit für mich bereichernd.“
Bild: Uniklinik Köln
Im neu gestalteten Gang der Uniklinik Köln können sich die Patienten nun von den Bilder ablenken lassen, zu träumen beginnen, sich an ihre Sehnsüchte erinnern und so Kraft tanken.