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Die zentrale Notaufnahme Chronisch überlastet und unterfinanziert

Die Situation in der Notfallversorgung in Deutschland hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Das Patientenaufkommen in den Kliniken wächst und deren Notaufnahmen sind überlastet. Univ.-Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff erklärt, warum die Neuregelung im EBM zum Notfall- und Bereitschaftsdienst an der Realität vorbeigeht.

Der demografische Wandel und Änderungen in den ambulanten Notdienststrukturen führten zu einem starken Anstieg der Behandlungen in den Notaufnahmen der Krankenhäuser. Jedes Jahr wächst das Patientenaufkommen um vier bis sieben Prozent. Etwa 25 Millionen Patienten wurden im Jahr 2016 stationär und ambulant in den Krankenhäusern versorgt. Mehr als elf Millionen Patienten werden in den Notfallaufnahmen ambulant versorgt. Dies ist deutlich mehr, als der vertragsärztliche Bereitschaftsdienst leistet, dem eigentlich der Sicherstellungsauftrag für die ambulante Notfallversorgung obliegt. Jedoch stellen steigende Wartezeiten von bis zu fünf bis sieben Stunden, die nicht kostendeckende Finanzierung und Personalengpässe das Management der Notaufnahme vor besondere Herausforderungen.

Die Notaufnahme ist eine wichtige Organisationsdrehscheibe im Klinikbetrieb, da zwischen 30 und 70 Prozent aller Akutpatienten über die ZNA aufgenommen werden. Die Aufnahmequote, d.h. der Anteil an Notfallpatienten, die über die Notaufnahme in den vollstationären Bereich überwiesen wird, beträgt durchschnittlich 38 Prozent (Median = 51 Prozent). Damit hat die ZNA eine wichtige Einweiserfunktion für den vollstationären Bereich.

Unterfinanzierung

Für 2016 stellte sich die wirtschaftliche Situation der Notfallbehandlung in Krankenhäusern als äußerst prekär dar:

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