Gebäude & Technik -

Blockheizkraftwerke BHKW nicht ohne Konzept

Energieversorgung bedeutet großes Ausgabe-, aber auch Einsparpotenzial für Healthcare-Einrichtungen. Durch die speziellen Anforderungen an Wärme- und Energiegewinnung können Blockheizkraftwerke eine attraktive Lösung darstellen. Worauf es beim Einsatz ankommt und was der Markt hergibt.

Themenseiten: Energie und Grünes Krankenhaus

„Gegenüber der getrennten Strom- und Wärmeerzeugung kann mit einem Blockheizkraftwerk der Gesamtnutzungsgrad um bis zu 40 Prozent auf 85 bis 90 Prozent gesteigert werden“, heißt es im Leitfaden der EnergieAgentur NRW zur Kostensenkung durch effiziente Strom- und Wärmeerzeugung mit Blockheizkraftwerken (BHKW) im Krankenhaus. Und jetzt das große Aber: nur wenn der BHKW-Einsatz an ein durchdachtes Energieeffizienzkonzept gebunden ist. Will ein Krankenhaus seinen Energieverbrauch effizienter, kostengünstiger und umweltfreundlicher machen, steht vor der Auswahl des BHKW die Analyse von Strom- und Wärmeverbrauch. „Es gilt zunächst einmal die Energieeinsparpotenziale sowie ein Energie­effizienzkonzept zu bewerten“, erklärt Ulrich Boldt vom Deutschen Institut für Energietechnik e.V. Ehe der BHKW-Einsatz in Betracht gezogen wird, sollten alle energetischen Schwachstellen analysiert und beseitigt werden, meint auch die EnergieAgentur NRW. Ist das erst einmal geschehen, können laut dieser bei kleinen Häusern mit circa 300 Betten und dem richtigen BHKW-Energiekonzept um die 200.000 Euro pro Jahr, bei größeren Häusern mit mehr als 500 Betten bis zu 400.000 Euro jährlich eingespart werden.

BHKW lohnt für alle

Lohnt sich ein BHKW also für alle Einrichtungen, egal welcher Größe? „Ja“, meint Boldt, denn: „Man macht sich ein Stück autark und sichert den eigenproduzierten Grundbedarf ab, auch wenn man weiterhin an die allgemeine Energieversorgung angebunden ist. Nicht zuletzt der steigende Kältebedarf zur Raumklimatisierung, der ganzjährige Wärmebedarf für Warmwasserbereitung und der hohe Raumwärmebedarf machen Krankenhäuser zum idealen Einsatzort von BHKWs.

Selbst finanzieren oder Betreibermodell wählen?

Vor dem Blick auf die Vorteile steht die Frage der Finanzierung. Nach Meinung der Experten sollte sich die Leasingrate der Anlage durch die Stromkostenersparnis in maximal sechs Jahren amortisiert haben. „Die meisten Einrichtungen schaffen sich ein BHKW nicht durch Eigenfinanzierung an, sondern setzen auf ein Contracting-Modell“, erklärt Boldt. Das bedeutet, ein Energieunternehmen betreibt das BHKW und die Einrichtung nimmt zu festen Preisen Strom und Wärme ab. Je effizienter der Betreiber das BHKW führt und neue Technologien dafür einsetzt, umso günstiger wird der Betrieb. Die Ersparnisse teilen sich Betreiber und Krankenhaus. Auch Pflegeheime sind prädestiniert für den Einsatz von BHKWs, sofern sie sich im Eigentum befinden oder zumindest langfristig gepachtet sind.

© hcm-magazin.de 2017 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen